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Damals und Heute
Montag, den 23. Juni 2008 um 21:29 Uhr
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Auf dieser Seite möchte ich mal einen Vergleich zwischen der Binnenschiffahrt wie sie damals zu meiner Anfangszeit war und heute ziehen. Mit damals ist die Zeit um 1980 bis 1985 gemeint, meine ersten Jahre in der Schiffahrt. Es hat sich sehr vieles verändert in den letzten Jahren. Manches ist besser geworden, anderes wiederrum schlechter. Fortschritt ist auch hier nicht immer ein Segen. Um das ganze nicht ins Uferlose ausarten zu lassen und um die Übersicht zu erhalten, stelle ich die Angaben im direktem Vergleich gegenüber.
Beginnen wir doch einfach mit den Schiffen ..
Schiffe an sich..
..sind ja nichts besonderes, sieht man ja jeden Tag. Von wegen, wer das denkt kennt die Schiffe "von früher" nicht. Das auffälligste, von außen betrachtet, in der Entwicklung der Schiffe ist die Größe. Während damals Schiffe mit einer Länge von 85 Meter und einer durchschnittlichen Breite von 8.40 bis 10.50 Meter an der Tagesordnung waren und es nur wenige Schiffe mit einer Länge von 105 Meter gab, sind heute sogar Schiffe mit einer Länge von 110 Meter und einer Breite von 11.40 Meter klein geworden.
In der Binnenschiffahrt scheint sich die "Gigantomanie" breit zu machen. So fahren heute schon Schiffe auf dem Rhein die eine Größe von 135 mal 15 Meter. haben. Und laut Gerüchteküche soll das noch nicht das Ende sein. Bisher handelt es sich dabei hauptsächlich um reine Containerschiffe die im Linienverkehr nur auf dem Rhein fahren. Für Nebenflüsse wären diese zu breit, sie würden in keine Schleuse reinkommen. Angeblich soll ein Doppelhüllentanker mit einer Länge von 147 Meter für den Linienverkehr auf dem Rhein im Bau sein. Leider hab ich bisher nirgendwo Informationen dazu gefunden, werde aber weiter dranbleiben.
Auch baulich unterscheiden sich die Schiffe gewaltig im Vergleich zu früher. Wärend man damals Schiffe mit unendlich vielen Ecken, Winkel, Schnörkelkram und offen liegenden Spanten gebaut hat, geht man heute mit viel mehr Feingefühl an die Sache ran. Streben und Spanten verschwinden unter Deck wo sie früher offen lagen und jeden Matrosen, der da streichen oder entrosten sollte in den Wahnsinn trieben weil es kein Ende nahm. Leitungen, sei es Wasser oder Elektrik, die damals kreuz und quer über Deck verliefen oder an unmöglichen Stellen verlegt waren werden heute schön versteckt angebracht. Es gibt allgemein weniger Winkel, Ecken und Kanten. Man baut mehr gerade, freie Flächen mit klaren Linien. Das sieht nicht nur optisch gut aus, es macht auch das arbeiten mit dem Schiff um ein vielfaches einfacher. Ganz besonders gut haben das die Holländer drauf. Wenn ihr mal an den Rhein kommt achtet doch mal auf die Schiffe. Guckt euch die Neubauten unter deutscher Flagge an und vergleicht diese mal mit den Neubauten unter holländischer Flagge. Da wird einem der Unterschied schnell klar. In Deutschland gilt : Zweckmäßig und gewinnbringend müssen Schiffe sein. Hauptsache es fährt und die Technik funktioniert. In Holland kommt noch hinzu das es gut aussehen muß, das es technisch auf dem neuesten Stand ist, das die Besatzung sich wohlfühlt und das man mit dem Schiff gut zusammenarbeiten kann. Dafür investieren holländische Reeder und Eigner im Schnitt 400.000 € mehr in ihre Schiffe (was sie sich dank staatlicher Subventionen problemlos leisten können). In dieser Beziehung haben deutsche Schiffsbauer bzw. deren Eigner noch vieles hinzuzulernen.

