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Damals und Heute - Dieselofen

Montag, den 23. Juni 2008 um 21:29 Uhr

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Dieselofen - Die möchtegern Heizung

Eine Zentralheizung im Sinne wie man die heute kennt gab es damals in der Schiffahrt nicht. Wir hatten in jedem Raum kleine Ölöfen, die mit herkömmlichem Diesel befüllt wurden, stehen. Der Rauchabzug ging über ein Ofenrohr nach draußen. Eine Tankfüllung waren ca. 10 Liter, die hielten, wenn man den Ofen nicht auf höchste Stufe stellte, gut 20 Stunden. Vergaß man den Tank aufzufüllen wurde es sehr schnell kalt in der Wohnung. Bedingt durch die einfache Bauart von Schiffen war eine Wärmeisolierung so gut wie nicht vorhanden. Hinzu kommt noch das die Außenwände aus Stahl sind, was für rasche Abkühlung sorgte. Drehte man den Ofen aber richtig auf schaffte man es problemlos einen 20 qm großen Raum auf weit über 40 Grad zu erwärmen. Mir sind dabei schon Kerzen geschmolzen, die lagen weich wie Butter auf dem Tisch. Ich hatte vergessen den Ofen runterzudrehen, Tür und Fenster waren geschlossen. Sauerstoff gab es keinen mehr in dem Raum aber Hitze bis zum abwinken. Richtig übel wurde es wenn der Wind von oben in das Ofenrohr drückte und unten im Kessel ankam. Das passierte leider öfters wärend der fahrt, besonders beim unterfahren niedriger Brücken, zum Beispiel im Kanal. Die Verpuffung die dabei entsteht konnte schon mal den Ruß aus der Brennkammer durch den oben lose aufliegenden gusseisernen Deckel blasen, wenn nicht gleich der Deckel mit wegflog. Egal wie, das Zimmer war danach garantiert Rabenschwarz und man hatte das gleiche "Putzvergnügen" wie beim Kühlschrank. Ich konnte die Dinger nie leiden.

Später kamen dann richtige Zentralheizungen die mit Diesel befeuert wurden. In der Wohnung gab es dann ganz normale Heizkörper wie "an Land" auch. Baulich unterscheiden diese sich nicht von ganz normalen Ölheizungen wie man sie in vielen Häusern findet.

Mittlerweile ist man, besonders in der Tankschiffahrt, dazu übergegangen elektrische Heizkörper in der Wohnung anzubringen. Tanker transportieren überwiegend brennbare und explosive Stoffe und aus sicherheitstechnischer Sicht sind elektrische Heizungen unbedenklicher. Diese dürfen auch beim Be- und Entladen eingeschaltet bleiben. Wogegen herkömmliche Dieselheizungen immer mit einer Flamme arbeiten. Diese Heizungen musten beim Be- und Entladen von Tankschiffen, je nach der Ladung, abgestellt werden um ein entzünden brennbarer, explosiver Gase zu verhindern. Ebenso musten alle Gasanlagen, also auch Herd und Kühlschrank abgeschaltet werden. Das kann eine ziemlich kalte Angelegenheit werden denn der Lade oder Löschvorgang kann schon mal bis zu 24 Std. dauern. Da sind E-Heizungen schon eine feine Sache, besonders im Winter.