Suche nach
Translate to
Schiffsmädchen Ahoi
Donnerstag, den 08. Mai 2008 um 00:00 Uhr
Viele Jugendliche bleiben ohne Lehrstelle oder Berufsperspektive. Doch oft fehlen einfach nur zündende Ideen zur Berufswahl. Dafür will die Rundschau-Serie Anregungen geben.
„Vorsicht, alle Fenster schließen!“ hallt es über und unter Deck der Schulschiffe „Rhein I“ und „Rhein II“ im Hafen von Duisburg-Homberg. Dann spritzt ein junger Mann in gelbem Ölzeug mit einem langen Schlauch eines der weißen Schiffe mit Wasser ab, während seine 108 Lehrlingskollegen eifrig Bullaugen, Fenster und Treppengeländer wienern. „Bei uns ist heute auch Schiffspflege angesagt“, erklärt Steuermann André Stäudtner. Je nach Bedarf werden die „schwimmenden Internate“ des Arbeitgeberverbandes der Deutschen Binnenschiffahrt (AdB) von Steuer- bis Backbord mit „alle Mann“ darunter auch neun Frauen - blitzblank geputzt.
„Putzen gehört zu unserem täglichen Geschäft. Ordnung und Sauberkeit zählt zum Ausbildungsprogramm, ebenso wie Knoten, Spleißen oder Beibootfahren“, erzählt die 18-jährige Gesa Storm aus Hamburg. Während ihres dreimonatigen Aufenthalts am Schiffer-Berufskolleg „Rhein“ werden Gesa & Co. auf den Schiffen untergebracht, verpflegt und betreut. Das Schiffsmädchen steht nach drei Lehrjahren kurz vor der Prüfung zum Matrosen. „Ab Juli darf ich mich offiziell Binnenschifferin, Matrose oder Bootsmann nennen“. Den Begriff Bootsfrau oder auch Kapitänin gibt es in der Binnenschifffahrt trotz steigender Zahlen beim weiblichen Nachwuchs noch nicht. Dafür hat sich der Titel „Schiffsmädchen“ mittlerweile durchgesetzt.
Gesa hat jedenfalls schon einen Arbeitsvertrag nach der Ausbildung in der Tasche. Vom 1. August an wird sie bei der Reederei Götz in Mannheim anheuern. „Die ist im Container- und Kiesgeschäft tätig. Dann pendele ich viel zwischen Mannheim, Duisburg, Rotterdam und Antwerpen hin und her.“
Auszubildende der Binnenschifffahrt sind heiß begehrt, weiß der Chef der beiden Schulschiffe, Kapitän Lothar Barth. „Viele erhalten noch während ihrer Ausbildung einen Anschlussvertrag. Die Reedereien rufen sogar bei uns an und fragen nach, ob wir noch Lehrlinge ohne Anstellung wüssten.“
... weiterlesen





