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Havarie - 120 Tonnen Diesel ausgelaufen
Donnerstag, den 17. Juli 2008 um 11:42 Uhr
Nach einer schweren Schiffskollision auf der Elbe sind am Mittwoch dem 16.7.2008 vor den Toren Hamburgs 120 Tonnen Diesel ausgelaufen. Auf dem Fluss bildete sich ein zehn Kilometer langer Ölteppich, der von 100 Feuerwehrleuten bekämpft wurde.Die Überprüfung der verbliebenen Dieselmenge im leckgeschlagenen Tankschiff „Undine“ am Mittwochabend durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg habe ergeben, dass rund 120 Tonnen Kraftstoff ausgelaufen seien, sagte Hamburgs Feuerwehrsprecher Peter Braun. Zunächst war die Feuerwehr von bis zu 400 Tonnen Diesel ausgegangen.
„Es ist keine geschlossene Decke, sondern ein Flickenteppich“, sagte Hamburgs Feuerwehrsprecher Peter Braun. Die Elbe wurde an der Unfallstelle bei Hamburg-Altengamme für den Schiffsverkehr vorübergehend gesperrt. Der Diesel war am Morgen aus dem 82 Meter langen Tankschiff „Undine“ entwichen, das aus noch ungeklärter Ursache mit dem 95 Meter langen Frachter „Aldebaran“ havariert war. Verletzt wurde dabei niemand. Nach Polizeiangaben gab es keine Hinweise auf Alkoholkonsum bei den beiden Kapitänen.
Beide Schiffe hatten sich an der Steuerbordseite berührt. Der Anker der „Aldebaran“ riss dabei ein Leck in die „Undine“ und beschädigte vier Tanks. Der Umweltbehörde lagen keine Meldungen über verendete Tiere vor. Neben der Feuerwehr waren auch ein Hubschrauber der Polizei und zwei Ölbekämpfungsschiffe im Einsatz. „Die Polizei beobachtet aus der Luft, wohin sich der Diesel bewegt“, sagte ein Sprecher.
Laut Umweltbehörde bestand für die Anwohner keine Gefahr. „Der vom Dieselkraftstoff ausgehende Gestank ist unangenehm, aber gesundheitlich unbedenklich“, hieß es. Das Ausmaß der Schäden für die Natur sei aber noch nicht abzusehen. Ölsperren sollten eine Ausbreitung des Treibstoffs verhindern, besonders gefährdet ist das Naturschutzgebiet Heuckenlock an der Süderelbe. Es ist eines der letzten Süßwasser-Wattgebiete Europas und gilt als Perle unter den Naturschutzgebieten Hamburgs.
Insgesamt hatte der Tanker 920 Tonnen (etwa eine Million Liter) Diesel geladen. Durch die Havarie könnte die „Undine“ damit fast die Hälfte des geladenen Diesels verloren haben. Das Schiff erreichte noch den Schleusenkanal in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg), wo Feuerwehr und Wasserschutzpolizei die Lecks abdichteten und den restlichen Kraftstoff abpumpten. Die „Aldebaran“, die in Richtung Cuxhaven unterwegs war, legte nach dem Unfall in Hamburg an. Die Feuerwehr bewertete die Havarie als schwersten Zwischenfall seit vier Jahren. Im Juni 2004 war der Säuretanker „ENA 2“ mit dem Containerschiff „Pudong Senator“ kollidiert. Nach dem Zusammenstoß waren rund 950 Tonnen Schwefelsäure aus der „ENA 2“ in die Elbe gelaufen.
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