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Staatliche Förderungen für Doppelhüllentanker gefordert

Freitag, den 19. September 2008 um 12:52 Uhr

Hamburg - 19.9.2008

Für die Umrüstung alter, einwandiger Binnentanker auf Doppelhüllen-Schiff oder den Neubau solcher Fahrzeuge benötigt das deutsche Binnenschiffsgewerbe eine gezielte Unterstützung durch den deutschen Staat. Dafür hat sich Heiner Dettmer, geschäftsführender Gesellschaft der in Bremen ansässigen Reederei- und Logistik Gruppe Dettmer ausgesprochen. Dettmer nutzte die Gelegenheit der Schiffstaufe des Doppelhüllentankers „Bernhard Dettmer“, um diese Forderung vor rund 130 Gästen in Hamburg zu erheben. Das in Lauenburg an der Elber gebaute Schiff hat rund 5,5 Millionen Euro gekostet. Es bekommt bis Ende des Jahres noch ein Schwesterschiff.

Dettmer stellt sich ein staatliches Begleitprogramm, zum Beispiel in Form einer Bürgschaftslösung über die staatliche KfW-Bank, vor. Aufgrund des harten Wettbewerbs in den zurückliegenden Jahren wurden die meisten deutschen Partikuliere – selbstfahrende Schiffseigentümer – dazu gezwungen, ihre kargen Reserven anzutasten. Damit seien diese kaum dazu in der Lage, entsprechende Umrüstungen oder gar Neubauten aus eigener Kraft bis 2018 zu stemmen. In dem Jahr muss laut Beschluss der EU-Kommission in Brüssel die europäische Binnentankerflotte auf den Doppelhüllenstandard gebracht werden. Dettmer schätzt, dass es derzeit deutschlandweit rund 700 Binnentanker mit einer Hülle gibt.

Neben den finanziellen Herausforderungen stellt sich für den Unternehmer aber auch die Frage, ob die vorhandenen Binnenschiffswerften in Deutschland, aber auch in Europa mit ihren Kapazitäten überhaupt dazu in der Lage sind, diese Flotten-Aufrüstung in dem zur Verfügung stehenden Zeitraum über die Bühne zu bringen. Aufgrund der angespannten Lage in der Binnenschiffsbranche seien in den vergangenen Jahren viele Flusswerften vom Markt verschwunden.

Dettmer geht davon aus, dass Doppelhüllentanker wie der vor allem im Verkehr zwischen Hamburg und Magdeburg zum Einsatz kommende Tanker „Bernhard Dettmer“ wesentlich besser Havarien überstehen als konventionelle Tankertonnage. So wäre die Mitte Juli diesen Jahres auf der Oberelbe bei Geesthacht erfolgte Havarie zwischen einem Binnentanker und einem Trockenfrachter nach seiner Überzeugung „mit einem Doppelhüllenschiff wesentlich glimpflicher ausgegangen“.


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