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Brücken hoch am D-E-K
Freitag, den 17. Oktober 2008 um 14:48 Uhr
Rheine - 16.10.2008
Der Dortmund-Ems-Kanal soll für größere Schiffe ausgebaut werden. Die Stadt Rheine ist nicht nur durch die Neubaumaßnahme im Bereich der Schleuse Rodde betroffen. Fast alle Brücken im Stadtgebiet müssen im Rahmen eines separaten Brückenprogramms erhöht werden. Eine Mammut-Aufgabe.
Was auf die Stadt zukommt, wurde bereits im Rahmen eines Behördentermins Ende September deutlich: Um das Ziel einer Durchfahrtshöhe von 5,25 Meter zu erreichen, wird kaum eine Kanalbrücke in der Stadt unangetastet bleiben.
Doppel-Container
Reinhard Labjon vom Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine erläuterte die Gründe. Künftig könnten dann auch Schiffe auf dem Kanal fahren, die Container zweilagig transportieren. Und diese kämen unter den aktuellen Brücken nicht mehr durch. Parallel zum ehrgeizigen Projekt, den Kanal bist zum Jahr 2017 für die neue Schiffsgeneration auszubauen, wird derzeit ein „Brücken-Investitions-Programm“ entwickelt.
Und darin finden sich sämtliche Querungen von Straßen und Eisenbahnen im Stadtgebiet, möglicherweise sogar die Autobahnbrücke. „Wir stehen erst am Anfang“, machte Labjon deutlich. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Projekt ins Geld gehen wird. Etliche Brücken müssen höher gelegt werden, vielleicht wird es auch zu Brücken-Neubauten kommen. Etwa dann, wenn die vorhandene Querung marode ist und eh ersetzt werden sollte. Eine Frage, die sich dann stellt: Wird wieder ähnlich gebaut wie beim Vorgänger, oder passt man die neue Brücke an die geänderte Nutzung an. Die Offenbergbrücke zwischen dem Industriegebiet Nord und Spelle ist so ein Fall.
Brennpunkt Rodde
Auch die Politik hat dies erkannt. Josef Niehues (CDU) fragt schon jetzt bei der Stadt an, welche Auswirkungen das Brückenprogramm auf Rheine hat. Im Auge hat Niehues dabei auch die Eisenbahnbrücke in Rodde. Mit gutem Grund: Auch sie steht auf der Liste der Brücken, die erhöht werden müssen. Da die Bahn aber nicht beliebige Steigungen fahren kann, dürfte dies Auswirkungen bis hin zu einer Erhöhung des Bahnübergangs in Rodde haben. Und noch eine Baustelle wird es dort geben. Die Brücke im Bereich der Schleuse muss neu gebaut werden – definitiv, denn die Schleuse entfällt mit dem Ausbau des Kanals.
Gerüstet für das Großmotorschiff
Gemeinsam stemmen wollen Bund, Land, die Region und die regionale Wirtschaft den vorgezogenen Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals. Stand ursprünglich eine Realisierung nicht vor dem Jahr 2025 im Bedarfsplan, so ist nun eine Bundesinvestition von 165 Mio. Euro bereits ab 2013 in Sicht. Voraussetzung: Das Land, die Region und auch die Wirtschaft müssen sich auch finanziell einbringen. Konkret: An den Planungskosten soll sich Region in Form der Finanzierung von Personal in Höhe von rund 4 Mio. Euro bis zum Jahr 2018 beteiligen. Die Wirtschaft soll insgesamt 1,2 Mio. Euro zu dem Projekt beisteuern. Allein die IHK hat bereits 400 000 Euro eingeworben.
Die zweite Bedingung für eine zügige Realisierung: Bis zum geplanten Baubeginn im Jahr 2013 sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen. Und hier sind viele Behörden und Anlieger zu berücksichtigen, angefangen bei den Kommunen (darunter die Stadt Rheine) bis hin zur Bahn. Neben Investitionen vor Ort durch die Bautätigkeit verspricht das Projekt auch eine stärkere Potenzialentfaltung der lokalen Binnenhäfen. Profitieren könnten etwa die Industrieansiedlung Reckers in Rheine oder die projektierte Ölmühle.






