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Mangel an Fachkräften droht

Montag, den 27. April 2009 um 17:18 Uhr

Der deutschen Binnenschifffahrt droht der Nachwuchs auszugehen. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG), der sich mit der Personalsituation im Gewerbe befasst. Vor allem kleinere Unternehmen hätten kaum Interesse an der Ausbildung.

Während bei großen Reedereien der Güterschifffahrt sowie bei Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen des Bundes teilweise über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet wird, sieht es bei kleinen Betrieben eher finster aus, hat das BAG festgestellt. Da schlügen auch die Bemühungen des Bundes nicht an, den steigenden Fachkräftebedarf im Binnenschifffahrtsgewerbe unter anderem durch Beihilfen zur Ausbildungsförderung zu decken. Der Umstand, dass ein Schiffsführer in den kommenden Jahren in den Ruhestand tritt, reiche für die Unternehmen nicht aus, schreibt das BAG.

Hohe Vergütung ist nicht alles

Auf die Bewerber wartet mit 950 EUR im Monat eine überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütung. Allerdings ist der Binnenschiffer in seinem Arbeitsumfeld auch erheblichen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Deswegen bleiben auch längst nicht alle Binnenschiffer ihrem Beruf bis zum Ende des Arbeitslebens treu. Die Statistik weist 1992 noch 7479 Beschäftigte in der gewerblichen Güterschifffahrt aus. 2006 waren es noch 3769 (minus 3710). Natürlich berücksichtigt der Bericht auch den Umstand, dass die Binnenschiffsflotte zurückgangen ist (minus 20%).

Demografischer Wandel

Das BAG sieht eine wesentliche Herausforderung für das Binnenschifffahrtsgewerbe darin, in den kommenden Jahren attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. Denn die Zahl junger Menschen, die auf den Arbeitsmarkt strömen werden, geht angesichts der demografischen Entwicklung generell zurück. Wenn sich die Arbeitgeber diesem Trend nicht entgegenstellen und in den Wettbewerb um den knapper werdenden Faktor Arbeit treten, befürchtet das BAG auch den Verlust weiterer Marktanteile der deutschen Binnenschifffahrt an westeuropäische Wettbewerber.

 


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