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Rhein soll sicherer werden
Dienstag, den 20. Oktober 2009 um 11:48 Uhr
Der trockene Herbst und das niedrige Wasser im Rhein machen Michael Putzschke Sorgen. Jetzt ist die Fahrrinne für die Binnenschiffer noch enger und gefährlicher. Dabei arbeitet Putzschke als Dezernatsleiter Schifffahrt bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Südwest in Mainz gerade an einem Sicherheitskonzept für den Rhein, den am stärksten befahrenen Fluss Europas. Und der Unfallschwerpunkt Mittelrhein ist sein Revier. Wenn hier ein Schiff quer liegt, ist eine wichtige Lebensader der Wirtschaft quasi durchtrennt.
Im März 2007 verlor der Frachter "Excelsior" auf dem Rhein bei Köln 32 Container. Sechs Tage lang blieb der Rhein gesperrt - rund 400 Frachter waren blockiert. Der Schaden ging in die Millionen. "So ein schwerer Unfall kommt statistisch nur alle 25 Jahre vor, aber er hat uns gezeigt, dass wir in Sachen Sicherheit mehr tun müssen", sagt Putzschke. Mit der WSD West in Münster wurde danach analysiert, was in Sachen Sicherheit verbessert werden muss.
Der Mittelrhein ist seit jeher bei den Schiffern berüchtigt. Die Strömung, der schwankende Wasserstand, die enge kurvenreiche Fahrrinne und die wachsende Größe der Schiffe bringen so manchen Kapitän in die Bredouille - im Schnitt 120 Schiffsunfälle pro Jahr werden in der Gebirgsstrecke am Mittelrhein registriert. Nördlich und südlich dieses Streckenabschnittes sind es etwa 60 Prozent weniger Havarien.
Putzschke will deshalb das Havariemanagement professionalisieren. Bereits seit einigen Jahren gibt es eine Art schnelle Eingreiftruppe, die sich je nach Unfalllage aus internen und externen Experten formiert: immer dabei die Wasserschutzpolizei und die Außenbezirks-Rufbereitschaft der Wasser- und Schifffahrtsämter. Hinzu kommen Schlepp-Unternehmen und andere Bergungskräfte, Gefahrstoffexperten und Schiffsbau-Sachverständige.
Doch die Analyse hat Defizite offenbart: Es gibt zwar ein Havarie-Handbuch, das die Vorgehensweise im Ernstfall regelt. Allerdings fehlt eine praktische Überprüfung des Leitfadens. Daher plant die WSD Südwest mit Hessen und Rheinland-Pfalz für 2010 eine Art Trockenübung. Dabei spielt der Krisenstab ein fiktives Unfall-Szenario durch.
Auch die Informationspolitik muss verbessert werden. "Längst weiß nicht jeder, dass es eine Wasser- und Schifffahrtsverwaltung gibt, welche Zuständigkeiten wir haben und was wir im Ernstfall können", sagt Putzschke. Mit den Innenministerien von Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg sei jetzt ein regelmäßiger Austausch vereinbart worden.






