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Häfen Wörth und Karlsruhe kooperieren

Samstag, den 17. April 2010 um 16:33 Uhr

Angesichts stetig voller werdender Autobahnen erlangt die Binnenschifffahrt eine immer größere Bedeutung im Transportwesen. Für ein besseres Miteinander im Feld der Logistik haben sich deshalb die Häfen in Karlsruhe und Wörth zu einer Kooperation entschlossen. Das erste Projekt war eine gemeinsame Rundfahrt mit dem Fahrgastschiff Karlsruhe von der Fächerstadt nach Wörth. Mit an Bord waren auch Vertreter der im Hafen angesiedelten Industrie.

Ein gerade mal 3,2 Kilometer langer Kanal öffnet Karlsruhe das Tor zur großen Logistik-Welt auf dem Wasserweg. Seit 1901 verbindet die nasse Trasse die Fächerstadt mit dem internationalen Warenverkehr auf dem Rhein. Für Gerhard Hildebrand, stellvertretenden Karlsruher Hafendirektor, ist dieser Wirtschaftszweig immens wichtig. "Die Welt der Logistik beschäftigt Millionen Menschen und ist im internationalen Handel nicht mehr wegzudenken."

Nachdem das Fahrgastschiff Karlsruhe von einem der sechs Hafenbecken abgelegt hat, geht es vorbei am EnBW-Kraftwerk und hinaus auf den großen Strom zum Ölhafen mit der leistungsfähigsten Mineralölraffinerie Deutschlands, MiRO. "Mit 4,6 Kubikmetern Kapazität haben wir den größten Speicher der Bundesrepublik", erläutert Marc Breitling von der MiRO. "Im Jahr können wir so insgesamt 15 Millionen Tonnen Rohöl verarbeiten."

Heute ist der Hafen Wörth vor allem geprägt durch den Fahrzeugbau

Ein nicht unerheblicher Teil der rund vier Millionen Tonnen Halbfertig- und Fertigölprodukte werde inzwischen auch mit dem Schiff abtransportiert, so Breitling. Dabei habe vor allem Sicherheit höchste Priorität. "Im Zuge eines großen Umbaus haben wir unter anderem neue Fluchtwege gebaut." Zudem probe man mit der Wasserschutzpolizei und der Berufsfeuerwehr Karlsruhe regelmäßig verschiedene Unfallszenarien.

Von der MiRO geht es weiter auf dem Rhein bis zum Hafen Wörth, der, laut Franz Reindl, Geschäftsführer der Hafenbetriebe Rheinland-Pfalz, 1958 aus einem dortigen Baggersee entstanden ist. "1959 kamen dann erste Be- und Entladestellen auf." Heute sei der Hafen vor allem geprägt durch den Fahrzeugbau mit dem weltgrößten Lkw-Werk der Firma Daimler und der Papierindustrie mit dem Unternehmen PALM. Zudem werden in den Hafenanlagen Sand und Kies umgeschlagen.

Die Wirtschaftskrise hat vor allem das Daimler-Werk hart getroffen. "Wir haben in unserem Werk noch immer Kurzarbeit", erklärt Gerd Herrmann, Leiter des Technischen Service der Daimler AG. "Die Krise hat uns wirklich voll ins Kontor geschlagen und uns weltweit getroffen in einer Härte, wie sie einmalig ist." Man hoffe allerdings, dass die Talsohle jetzt erreicht sei, so Herrmann.


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