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Schubboot
Donnerstag, den 26. Juni 2008 um 20:23 Uhr
Als Schubboot, umgangssprachlich auch Schuber, bezeichnet man ein schiebendes Schiff in der Binnenschifffahrt, welches selbst keine Ladung befördert und ein oder mehrere Schubleichter schiebt. Auf dem Rhein sind es bis zu sechs Schubleichter, auf der Unteren Donau bis zu neun, und auf dem Mississippi können es über 40 Schubleichter sein. Die offizielle Abkürzung für einen Frachtschiffschubleichter lautet „GSL“, für eine Tankschiffschubleichter „TSL“. Mit dem Bau von Schubbooten und den dazugehörigen Schubleichtern wurde Ende der 60er Jahren endgültig das Aus für die Schleppschifffahrt auf dem Rhein innerhalb der Binnenschifffahrt eingeleitet.
Schubboote auf dem Rhein werden bis zu einer Größe von 40,0 x 15,0 Metern gebaut. Der Tiefgang beträgt 1,90 - 2.10 Meter. Die großen Schubboote, die bis zu sechs Leichter schieben, sind meistens mit drei Dieselmotoren mit einer Gesamtleistung von 6400 PS ausgerüstet. Vielfach wird diese Leistung aber auf 5400 PS gedrosselt. Der Antrieb der in Kortdüsen laufenden Propeller erfolgt über Wendegetriebe mit Untersetzung. Das stärkste Schubboot auf dem Rhein ist die Herkules XVI, mit 6.540 PS. Die Besatzung eines Schubbootes besteht aus sechs bis sieben Mann, darunter zwei Schiffsführer, ein Steuermann, ein Maschinist sowie zwei bis drei Matrosen. Die Besatzungen fahren zwei Wochen und haben anschließend zwei Wochen frei.
Eine Reise von Rotterdam nach Duisburg, beladen mit 10.000 Tonnen Erz, dauert ca. 36 Stunden, die Talfahrt leer zwölf Stunden. Die Zusammenstellung der Verbände dauert für eine Reise ungefähr drei Stunden. Die Schubboote fahren rund um die Uhr. Alle zwei Jahre ist eine große Überholung notwendig, die zehn bis zwölf Tage in Anspruch nimmt. Täglich werden rund 60.000 Tonnen Eisenerz in Duisburg angeliefert.
Zur besseren Manövrierbarkeit sind außer den Hauptrudern hinter dem Propeller noch jeweils zwei Flankenruder vor dem Propeller angeordnet. Einige Schubboote verfügen stattdessen auch über ein sehr starkes Bugstrahlruder.
An Deck stehen außer den Ankerwinden achtern, noch Koppelwinden zum Befestigen der Schubleichter. Die Koppeldrähte mit einem Durchmesser von drei cm haben eine hohe Bruchfestigkeit. Die Aufbauten für die Unterkünfte, Sanitärräume, Kombüse verteilen sich über zwei Decks. Darüber befindet sich dann noch das Ruderhaus mit sämtlichen, für eine sichere Schiffsführung notwendigen Einrichtungen. Bei manchen Schubbooten ist der Steuerstand auch hydraulisch in der Höhe verstellbar, um niedrige Durchfahrten passieren zu können, oder um bei Spezialtransporten eine bessere Übersicht zu haben.
Quelle: Wikipedia






