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Piraten kapern Supertanker Sirius Star
Dienstag, den 18. November 2008 um 00:19 Uhr
Es gibt sie noch, die Piraten. Wer dabei aber an raubeiniges Gesindel an Deck von Segelschiffen denkt, liegt weit daneben.
Heutige Piraten, ja es gibt sie wirkich, sind meist gut durchorganisierte Organisationen mit mächtigem Background. Technisch voll ausgerüstet und ebenso gut bewaffnet wie die Küstenwache. Maschinengewehre und Raketenwerfer, Handgranaten, Rennboote und Größenwahn im überfluss.
Jetzt haben sie wieder zugeschlagen. Vor der Küste von Ostafrika haben sie einen Supertanker, die "Sirius Star", gekapert. Die Sirius Star ist größer als ein amerikanischer Flugzeugträger. Mit der Entführung schlugen die somalischen Seeräuber wohl erstmals außerhalb ihres üblichen Operationsgebietes zu. Das Schiff wurde 450 Seemeilen (rund 800 Kilometer) südöstlich der kenianischen Hafenstadt Mombasa gekapert. Den Angaben zufolge transportiert der Tanker zwei Millionen Barrel Öl (1 Barrel = 159 Liter) im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar. Das Schiff steuere nach der Entführung am Sonntag auf den Hafen Eyl an der somalischen Küste zu, der ein Zufluchtsort für Piraten ist.
Den US-Angaben zufolge sind auf dem Tanker 25 Besatzungsmitglieder aus Kroatien, Großbritannien, den Philippinen, Polen und Saudi-Arabien. Ursprüngliches Ziel des Tankers seien die USA gewesen. Die Route sollte am Kap der Guten Hoffnung vorbei nach Amerika führen. Dieser Weg wird meist von voll beladenen Supertankern gewählt. Betreiber des erst im März fertiggestellten Schiffes ist die Reederei-Tochter des saudischen Ölkonzerns Aramco.
In den vielbefahrenen Gewässern im Golf von Aden treiben Piraten seit Monaten ihr Unwesen. So haben Piraten 2008 weit über 60 Schiffe gekapert. Ihr Ziel ist es, Lösegelder in Millionenhöhe zu erpressen. Mindestens zwölf Schiffe und rund 250 Besatzungsmitglieder sollen noch in der Hand der Seeräuber sein, darunter auch der ukrainische Frachter "Faina" mit 33 Kampfpanzern an Bord. Auch Hilfslieferungen in Krisengebiete bleiben dadurch auf der Strecke.
Scheint sich ja zu lohnen. 10% Lösegeld von 100 Millionen, da kann man schon ne Weile von leben. Aber was fängt man mit 33 Panzern an? Kippt die Dinger doch ins Meer, die braucht kein Mensch! Um die Hilfslieferungen ist es schade, zumindest die sollten unbeschadet ankommen. Aber soweit denken Piraten wohl nicht.
Vor einigen Tagen einigten sich die EU-Außenminister darauf, gegen die Piraten vor der Küste Somalias militärisch vorzugehen. Frei nach dem Motto: "Besser spät als nie." Immerhin treiben die Piraten schon seit Jahren ihr Unwesen in diesen Gewässern. Über den Einsatzplan und den Starttermin soll Anfang Dezember entschieden werden. Wenn man bedenkt wie entscheidungsfreudig die Jungs sind dürfte das mitte nächstes Jahr werden bis überhaupt mal was passiert. Bis zu zehn Länder wollen sich beteiligten, darunter auch Deutschland mit einer Fregatte. Mich würde die Rolle der Fregatte interessieren. Vermutlich eine, bei der sie nicht mal in die Nähe von Piraten kommt.
Als Kind wollte ich auch immer Pirat werden. Kapitän auf einem großem Segelschiff mit mindestens 3 riesige Masten. Ganz viel Beute wollte ich machen die ich dann auf einer einsamen Insel in einer Höhle versteckt hätte. Wie banal... Ein Supertanker, so gut 350 Meter lang und 60 Meter breit ist doch viel besser. Da kann ich Waterworld nachspielen! Okay, das mit dem abfackeln lasse ich weg, das kommt nicht so gut.
Wenn da nur nicht die bösen Jungs mit ihren Kriegsschiffen überall rumlungern würden...

Piraten kapern Supertanker Sirius Star




