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Demnächst in deinem Vorgarten: Satellitenschrott
Freitag, den 13. Februar 2009 um 19:13 Uhr
Der Zusammprall zweier Satelliten im All hat in einer ohnehin schon überfüllten Umlaufbahn eine Trümmerwolke um die Erde geschickt. Die kleinen Geschosse gefährden nun auch Esa-Satelliten.
Weltraumschrott wird für die Raumfahrt zunehmend zum Problem. Er hat in den vergangenen Jahren so stark zugenommen, dass er für Flüge der US-Raumfähren ein größeres Risiko darstellt als die Gefahr in den Start- und Landephasen. Seit Jahren überwacht eine eigene Einheit der US-Streitkräfte, das Space Surveillance Network, den Schrott. 17 Radaranlagen und acht Teleskope auf der Erde sowie ein Teleskop im Orbit scannen die Umlaufbahnen. Den Beobachtungen nach umkreisen derzeit rund 17.000 Trümmerteile mit einer Größe von mindestens zehn Zentimetern die Erde. Dazu kommen noch rund eine halbe Million kleinere Schrottsplitter mit einer Größe von ein bis zehn Zentimetern.
Durch den Zusammenprall der zwei Satelliten am Dienstag 800 Kilometer über Sibirien kommen nun weitere Trümmer hinzu. «Momentan werden mehrere Dutzend Teile gezählt, sagte Mark Matney vom Johnson Raumfahrtzentrum in Houston. «Ich nehme an, dass es mehrere hundert sind, wenn die Zählung abgeschlossen ist», sagte der auf die Erforschung der Weltraumtrümmer spezialisierte Astronom. Die beiden künstlichen Himmelskörper kollidierten mit einer Geschwindigkeit von rund zehn Kilometer pro Sekunde (rund 360.000 Km/h).
Angst bei der Esa
Auch bei der europäischen Raumfahragentur Esa wird mit Sorge auf die eigenen Satelliten geschaut. Die beiden Presitigeobjekte, die Erdbeobachtungssatelliten «ERS-2» und «Envisat», umkreisen in exakt derselben Umlaufbahn wie die Unglückssatelliten die Erde. Ein Zusammenprall mit den rasend schnellen Trümmern würde fast zwangsläufig den Totalverlust bedeuten. Beide Erdbeobachter kosten jeweils mehrere Milliarden Euro.
Vor der Kollision am Dienstag waren vier Fälle bekannt, bei denen Objekte im Weltraum zusammengestoßen sind. Dabei handelte es sich aber um kleinere Satelliten oder ausgebrannte Raketenstufen. «Wir wussten, dass dies irgendwann einmal passieren würde», kommentiert Nasa-Astronom Matney den jüngsten Vorfall. «Kollisionen werden in den kommenden Jahrzehnten eine immer größere Bedeutung haben.»
Hohe Geschwindigkeit
Nach Angaben «Union of Concerned Scientists» gab es im Jahr 2006 mehr als 800 aktive Satelliten im All. Der an der Kollision beteiligte russische Satellit Kosmos-2251 hatte ein Gewicht von nahezu 1000 Kilogramm, er wurde bereits 1993 für die militärische Kommunikation in den Weltraum gebracht und war seit 1995 nicht mehr funktionsfähig.
Augen auf
Bleibt abzuwarten was weiterhin passieren wird. Trifft ein Trümmerteil auf einen intakten Satelliten, so schlägt er dort mit rasanter Geschwindigkeit ein, was dem Satelliten ganz sicher nicht gut bekommen wird. Solltest du also in naher Zukunft eine Sternschnuppe sehen, denke dran, es könnte ein "abgeschossener" Satellit gewesen sein.
Schafft es ein Trümmerteil bis in denen Garten, bitte Foto machen und mir zusenden :)

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