Suche nach

Translate to

DruckenE-Mail

Facebook ändert Deine Privatsphäre

Sonntag, den 13. Dezember 2009 um 18:05 Uhr

Neues von meinem Lieblings-Netzwerk(-Opfer)

Die neuen Einstellungen bei Facebook böten mehr Schutz, sagt das Unternehmen. Kritiker aber finden, das Netzwerk schubse die Mitglieder geradezu in die Öffentlichkeit.

facebook-imageNach Aussagen der Betreiber nutzen inzwischen 350 Millionen Menschen weltweit das Netzwerk Facebook. Insofern ist es durchaus von Bedeutung, wenn dort die Möglichkeiten verändert werden, mit denen sich Informationen mit der Welt teilen lassen oder die Privatsphäre geschützt werden kann. So geschehen am Mittwoch.

Nutzer können beim Einloggen seitdem lesen: "Wir haben die 'Privatsphäre'-Seite vereinfacht und dir die Möglichkeit gegeben, die Privatsphäre für alle von dir geteilten Inhalte einzeln festzulegen – von Statusmeldungen bis hin zu Fotos. Gleichzeitig helfen wir allen Personen dabei, sich gegenseitig zu finden und miteinander zu verbinden, indem wir einige Informationen - wie deinen Namen und dein Profilbild – öffentlich sichtbar machen."

Das klingt erst einmal total nett, doch ist das nun gut oder schlecht? Stefan Menden, Blogger und Gründer eines eigenen sozialen Netzwerks, findet das prinzipiell gut. Tenor: Die neuen Einstellungen sind einfacher, die Inhalte werden, da Google und andere alles speichern, was sie finden, archivierbar und Facebook passt sich letztlich nur einem Trend an. Immerhin seien Botschaften bei Twitter oder YouTube auch öffentlich.

Die EFF lobt, dass es nun möglich ist, für einzelne Bilder oder Informationen festzulegen, wer sie sehen soll und wer nicht. Und es sei großartig, dass aufgrund der Änderungen jeder Nutzer nun gezwungen sei, sich mit den Einstellungen zur Privatsphäre zu befassen. Was möglicherweise aber Wunschdenken ist, wird es doch sicher einige Nutzer geben, die das Fenster mit der "Ankündigung zur Privatsphäre" einfach wegklicken und schließen.

Was ein Fehler ist. Denn als "nicht empfehlenswert" stuft die EFF vor allem die neuen Standardeinstellungen ein, also die, die vorgegeben sind, wenn man nichts an ihnen ändert. Damit nämlich werden alle Statusmeldungen, alle hochgeladenen Bilder und Kommentare für jeden sichtbar. Bislang blieb ein großer Teil der Profilinformationen standardmäßig verborgen. Was dazu führte, dass viele Profile auch verborgen bleiben.

Zu Facebooks Leidwesen. Denn je mehr "Content" eine Seite ins Internet bläst, desto wichtiger wird sie von Suchmaschinen wie Google oder Bing genommen. Das Microbloggingnetz Twitter pustet nahezu jeden Inhalt in die Öffentlichkeit und ist damit für Facebook durchaus zur Konkurrenz geworden. Noch dazu, da die "Livesuche" immer wichtiger wird. Sie berücksichtigt welche Begriffe gerade von vielen Menschen gesucht und beschrieben werden, und das verschafft Twitter Vorteile.

Lest euch mal alles auf Zeit Online in Ruhe durch.

Wer danach keine Lust mehr auf den Krampf mit Facebook hat, es gab ja schon mehrmals Theater, der sollte diese drei Beiträge von mir auch noch lesen:

Neue AGB: Für immer auf Facebook?

Neue Facebook AGB zurückgenommen

Facebook AGB in Deutschland ungültig

Wie man seinen Account bei Facebook richtig löscht und nicht nur entfernt (still legt) steht hier:

Anleitung: Facebook Konto endgültig löschen

Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

busy