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Ohne Räder durch die Alpen

Montag, den 11. Januar 2010 um 00:17 Uhr

Der folgende Text flatterte als Kommentar unter Binnenschiff ist Spitzenreiter ein. Ich bin der Meinung das dieser Text in der Rubrik Leserbriefe besser aufgehoben ist da er nichts mit dem genannten Artikel zu tun hat.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Politiker halten trotz Zweifel an der Sinnhaftigkeit und trotz Finanzierungsschwierigkeiten starr am BBT fest. Deshalb appelliere ich an die Verantwortlichen in Europa, den Alpen Basistunnel nicht für eine weitere Bahnlinie, sondern für die Schiffspassage Donau-Tirol-Adria zu verwirklichen und die Flüsse als natürlichen Gegebenheiten zu nutzen und zusammen mit dem Donau-Oder-Elbe-Kanal eine direkte Verbindung von der Adria zur Ostsee zu schaffen.

Ohne Räder und mit Wasserkraft durch die Alpen hindurch ist das Konzept des Tirol-Adria-Projektes, einer überfälligen europäischen Antwort auf den Klimawandel !

Mit dem AlpenKanalTunnel würde die Verbindung der Flüsse Inn und Etsch hergestellt.

Das Tirol-Adria-Projekt ist ein sehr innovatives Vorhaben, das zeigt:

a) wie die Wasserkraft der Alpen zur Bewältigung des Güterverkehrs auf der Brennerachse beitragen könnte;

b) wie Passau an der Donau zum Wasserstraßenkreuz Europas würde;

c) wie Bayern und Tirol von einer Wasserstraße durchzogen und dabei die Alpen unterquert würden;

d) und schließlich wie durch den Donau-Oder-Kanal eine durchgehende Wasserstraße von der Ostsee zur Adria hergestellt würde!

Der Suezkanal erspart die Umfahrung Afrikas und der AlpenKanalTunnel öffnet den direkten Weg nach Europa. Für die Umfahrung Europas braucht das Schiff 7-8 Tage.

Ich habe das Tirol-Adria-Projekt mit der Wasserstraße entworfen und habe es bereits im Februar 2007 u. a. an die Länder Südtirol und Tirol, das Bundeskanzleramt in Wien und an die Europäische Kommission herangetragen, um Ihre Aufmerksamkeit auf dieses Projekt zu lenken. Ich gebe zu Bedenken, dass es bei der Einstufung der Bahnlinie Berlin-Palermo mit BBT als vorrangiges TEN-T- EU-Vorhaben diese Projektidee noch nicht gegeben hat und diese deshalb dabei auch nicht in Erwägung gezogen werden konnte.

Auf den Flüssen Etsch und Inn wurde bis zur Eisenbahnära der Güterverkehr abgewickelt. Die heute verfügbare Technik ermöglicht die Untertunnelung der Alpen (siehe BBT!) und die Verbindung dieser Flüsse durch den so genannten AlpenKanalTunnel. Von Passau an der Donau führt diese neue Wasserstraße nach Süden zum Gardasee und zum Adriatischen Meer. Eine europaweite Verlagerung des Güterverkehrs auf das umweltschonende Binnenschiff wird unsere Verkehrs- und Umweltprobleme nachhaltiger lösen, als eine weitere Bahnlinie mit dem Brenner-Basis-Tunnel und Zulaufstrecken.

Dieses Projekt wäre gerade jetzt wegen der möglichen Eigenfinanzierung u. a. auch über die Nutzung der Wasserkraft eine europäische Antwort auf die Fehlentwicklung im Güterverkehr. Daher habe ich zuständige Ministerien in den drei betroffenen Staaten und die EU ersucht, das Tirol-Adria Projekt aufzugreifen, zu untersuchen und dem BBT gegenüber zu stellen.

Auch der schwerwiegende Umstand, dass für den BBT noch Zulaufstrecken durch das Inn- und Etschtal erforderlich sind, sollte die Länder Bayern, Tirol, Südtirol und Trentino überzeugen, so nahe am Gotthardtunnel (220 km) keinen weiteren Bahntunnel zu bauen.

In diesem Zusammenhang darf auch auf den enormen Ressourcenverbrauch für die Einrichtung des Bahntunnels verwiesen werden, z. B. für den gleich langen Gotthard Basis-Tunnel:

190.000 Betonschwellen, 228 km Schienen = 14.000 Tonnen Stahl, 2800 km Kabel. Die Einrichtungsarbeiten können jetzt beginnen und dauern voraussichtlich 8 Jahre.

Die Schiffe hingegen benötigen nur Wasser, auf welchem sie durch den Kanaltunnel hindurch getragen werden!

„Für die Zukunft bauen"

Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e. V. (BÖB) plädiert für mehr Investitionen in Verkehrsinfrastruktur, die das System Wasserstraße stärken.“ Bessere Voraussetzungen für die Binnenschifffahrt stärken den Wirtschaftsstandort Europa. Die umfassenden Vorteile einer Wasserstraße sollten dieser neuen Projektidee zum Durchbruch verhelfen.

Die Alpen haben den Gütertransport auf Rad und Achse gebracht.

Der AlpenKanalTunnel könnte nun den Güter- und Personenverkehr in Europa revolutionieren.

Ohne Räder durch die Alpen !

Geschrieben von Albert Mairhofer am 7.1.2010

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